Surreale Stille auf dem Kahlen Asten

Wenn der Nebel alles verschluckt

Manchmal braucht es keine weite Sicht, um das Wesentliche zu sehen. Es war einer dieser Tage am Kahlen Asten, an denen der dichte Nebel die Landschaft in eine surreale, konturlose Stille verwandelt hat – eine Welt, in der Distanzen verschwimmen und das Auge plötzlich Details entdeckt, die im hellen Sonnenlicht verloren gehen. Begleitet hat mich dabei das alte Asahi Takumar 35mm. Dieses Vintage-Objektiv ist weit mehr als nur ein Werkzeug; mit seinem ganz eigenen Charakter und dem sanften Rendering fängt es genau diese reduzierte, fast schon zeitlose Atmosphäre ein, die meine Bilder an diesem Tag bestimmt hat. Das Zusammenspiel aus dem weichen Look des Takumars und der rauen, eisigen Einsamkeit der Astenheide hat Momente geschaffen, die fast wie aus der Zeit gefallen wirken. Die Bilder zeigen die besondere Stille, die entsteht, wenn der Nebel der Heide diese ganz eigene Stimmung verleiht.

Nebel ist die Leinwand, auf der die Stille ihre schönsten Bilder malt.

Reduktion auf das Wesentliche

Der Nebel und der Schnee wirken wie ein natürlicher Filter. In dieser kargen Landschaft sind die Farben auf ein Minimum reduziert – fast so, als hätte man den Kontrast bewusst rausgenommen. Es gibt keine Ablenkung durch bunte Details oder weite Ausblicke.

Übrig bleiben eigentlich nur die dunklen Silhouetten der Bäume, die sich vom grauen Hintergrund abheben. Das gilt auch für die wenigen Leute, die bei diesem „Usselwetter“ überhaupt noch unterwegs sind; man sieht sie meist nur kurz als Schatten, bevor sie wieder im Nebel verschwinden. Ohne den üblichen Trubel konzentriert sich der Blick automatisch viel mehr auf diese kahle, raue Umgebung.