Zeitlose Monumente im Sauerland

Kunst und Natur im Vintage-Look

Der Waldskulpturenweg zwischen Schmallenberg und Bad Berleburg ist ein Ort, an dem Kunst und Natur auf besondere Weise verschmelzen. Bei meinen Streifzügen durch diese weitläufige Waldlandschaft war ich vor einiger Zeit mit meiner Kamera und dem aufgeschraubten Pentacon 50mm f1.8 unterwegs. Alle Bilder dieser Tour sind mit diesem Objektiv entstanden. Passend zur besonderen Atmosphäre der Skulpturen und der Ruhe des Waldes habe ich mich für eine Bildbearbeitung entschieden, welche die monumentalen Kunstwerke in einer ganz eigenen, fast zeitlosen Ästhetik zeigt – ein Look, der die Stimmung vor Ort für mich genau richtig einfängt.

Wandern & Radfahren

In diesem Beitrag geht es vor allem um die Fotos und den speziellen Vintage-Look. Wer eigentlich Infos zum Weg selbst sucht – also wo man parken kann oder ob die Strecke mit dem Rad klappt – findet im anderen Bericht eine ausführliche Beschreibung der Tour.

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Massiver Stahl: Kein leichtes Spiel

Eines der markantesten Werke auf der Strecke ist die Skulptur von Ansgar Nierhoff. Die wuchtigen Formen bilden einen harten Kontrast zur natürlichen Umgebung. Früher standen diese massiven Eisentore mitten im dichten Wald, eng umringt von hohen Fichten. Doch wie an so vielen Stellen im Sauerland sind auch hier die Bäume dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Nach der Abholzung steht die Skulptur nun auf einer freien Fläche am Wegesrand – was ihr eine völlig neue, fast noch monumentalere Präsenz verleiht.

Die imposante Stahlskulptur ‚Kein leichtes Spiel‘ von Ansgar Nierhoff. Mit fast vier Metern Höhe und 64 Tonnen Gewicht wirkt das Monument besonders beeindruckend – hier eingefangen bei Offenblende f1.8.

Skulptur: Stein-Zeit-Mensch

Ein Stück weiter trifft man auf die Skulptur „Stein-Zeit-Mensch“ von Nils-Udo. Die Installation besteht aus einem riesigen Felsquader, der von einer massiven Konstruktion aus gewaltigen Baumstämmen eingerahmt wird. Wenn man direkt davor steht, merkt man erst, wie gewaltig das Ganze eigentlich ist. In der Bearbeitung kommen die Texturen des Holzes und des Steins durch den reduzierten Look besonders gut zur Geltung – das Kunstwerk wirkt dadurch fast wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Die Skulptur ‚Stein-Zeit-Mensch‘: Ein massiver Felsquader, eingerahmt von einer gewaltigen Konstruktion aus Baumstämmen.

Ein kurzer Abstecher zur Hängebrücke

Auch wenn sie offiziell nicht zum Skulpturenweg gehört, liegt die Hängebrücke in Kühhude unmittelbar am Wegesrand auf dem Rothaarsteig. Da sie sich unweit der Skulptur „Stein-Zeit-Mensch“ befindet, lohnt sich dieser kleine Schlenker definitiv. Die Brücke überspannt einen kleinen Taleinschnitt, und es ist ein besonderes Erlebnis, die Schlucht auf der schwankenden Konstruktion zu überqueren. Zudem ist die markante Seilkonstruktion ein klasse Fotomotiv.

Nur einen kurzen Fußmarsch vom ‚Stein-Zeit-Mensch‘ entfernt: Die Hängebrücke bei Kühhude. Sie überspannt einen kleinen Taleinschnitt.

Der Krummstab (Schanze)

Ein weiteres markantes Werk ist der „Krummstab“ von Heinrich Brummack bei Schanze. Die riesige, 7,50 Meter hohe Skulptur ragt weit in den Himmel und ist auf dem Waldweg schon von Weitem auszumachen. Sie erinnert an den Stab des Abtes vom Kloster Grafschaft – ein Symbol für den alten Machtkampf zwischen den Konfessionen in dieser Region. Besonders spannend: Die Konstruktion wirkt formal fast labil und trägt das treffende Martin-Luther-Zitat: „Eine allzu große Macht stürzt durch ihre eigene Masse“.

Für Fotos ist das Monument klasse, weil man hier wunderbar mit der Silhouette gegen das Licht arbeiten kann. Mit dem Pentacon lässt sich die klare, leicht schwankend wirkende Form der Skulptur sehr gut vor der dunklen Kulisse der hohen Bäume hervorheben.

Geschichte in Übergröße: Der Krummstab erinnert an den Einfluss des Klosters Grafschaft und ist ein starkes grafisches Motiv vor den hohen Tannen.

Hexenplatz in der Lüttmecke

Am Hexenplatz wird es richtig kurios. Hier hat die Künstlerin Lili Fischer ein ganzes Szenario im Wald geschaffen: Da ragen Schornsteine aus dem Boden, es gibt Tore aus riesigen Ofengabeln und in der Mitte steht ein gewaltiger Hexenkessel, der von aufgeklappten Zauberbüchern umringt ist.

Hinter der Installation steckt jedoch ein zutiefst realer und grausamer Hintergrund. Auf der gegenüberliegenden Seite der Talsenke befindet sich der historische „Verhörplatz“, an dem während der Hexenprozesse einst Menschen zum Tode verurteilt wurden. Heute wird dort auf Tafeln der Opfer gedacht. Durch den Vintage-Look bekommt dieser verwunschene Ort eine noch stärkere, fast schon geisterhafte Stimmung.

Ein Kessel mitten im Wald: Die Installation am Hexenplatz erinnert an die dunkle Geschichte des Verhörplatzes und wirkt im Vintage-Stil besonders geheimnisvoll.

Was war zuerst?

Die Skulptur mit dem Titel „Was war zuerst?“ von Magdalena Jetelová ist vielen auch einfach als „Das goldene Ei“ bekannt. Mit einer Höhe von 6,50 Metern und einem Durchmesser von etwa 4 Metern ist das Monument am Waldrand kaum zu übersehen.

Die riesige Form besteht im Kern aus einer Struktur, die mit Blattgold überzogen ist. In der Schwarz-Weiß-Bearbeitung zeigt sich hier ein ganz anderer Reiz: Wenn das Licht durch die Baumwipfel bricht, entsteht auf den Platten ein faszinierendes Spiel aus hellen und dunklen Abstufungen. Die offene Blende setzt den Fokus gezielt auf die markanten Oberflächenstrukturen, während der Hintergrund in einem weichen Bokeh verschwimmt und dem Motiv eine fast zeitlose, geheimnisvolle Ästhetik verleiht.

Das „goldene Ei“ („Was war zuerst?“): Eingebettet in die dunklen Baumwipfel am Waldrand, wirkt das gigantische Ei in Schwarz-Weiß wie ein massives, zeitloses Relikt.

Die alte Kastanienallee

Ein absolutes Natur-Highlight abseits der großen Monumente ist die historische Kastanienallee, durch die der Weg auf einem urigen Pfad verläuft. Die jahrhundertealten Bäume mit ihren knorrigen, tief gefurchten Stämmen und den weit ausladenden Kronen strahlen eine unglaubliche Ursprünglichkeit aus. Wenn man diesen schattigen Pfad entlangwandert, fühlt man sich fast in eine andere Zeit versetzt.

In der Schwarz-Weiß-Bearbeitung entfaltet dieser Abschnitt eine ganz eigene, fast mystische Magie. Die mächtigen Stämme rahmen den schmalen Weg wie ein natürliches Tor ein und leiten den Blick tief in das schattige Innere hinein.

Die historische Kastanienallee: Uralte, knorrige Bäume bilden einen natürlichen Tunnel, der in Schwarz-Weiß eine ganz besondere, zeitlose Atmosphäre ausstrahlt.

Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht, diesen Weg mit dem Vintage-Objektiv zu erkunden. Ich habe in meinem Beitrag nicht jede einzelne Station auf der Strecke im Detail beschrieben – in der folgenden Galerie sind aber noch viele weitere Eindrücke von der Tour zu sehen. Die Mischung aus Kunst mitten in der Natur und den Schwarz-Weiß-Aufnahmen hat jedenfalls genau den Look getroffen, den ich mir vorgestellt habe.