Mühlen-Idylle & Altglas-Optik

Eine nostalgische Auszeit am Wasserrad

Manchmal braucht man nur einen kurzen Spaziergang, um den Alltag komplett hinter sich zu lassen. In Schmallenberg gibt es so einen Ort, an dem die Uhren nicht nur langsamer gehen, sondern sich gefühlt rückwärts drehen. Der Weg dorthin führte mich über den Radweg direkt an der Lenne entlang, die durch die Schneeschmelze der letzten Tage deutlich mehr Wasser mit sich führte. Das ununterbrochene Rauschen des Flusses begleitete mich auf jedem Schritt.

Weg zur alten Mühle an der Lenne entlang

Das alte Wehr

Mein Weg führte mich zuerst zum alten Lennewehr. Früher war dieses Wehr der wichtigste Antrieb für die Mühle: Mithilfe der Anlage wurde schon damals der Zufluss zum Obergraben exakt geregelt. Doch das Wehr hatte noch eine ganz andere Funktion: Wie ich auf einer Hinweistafel erfuhr, wurde hier gleichzeitig das erste Schmallenberger Bad an der Lenne gestaut. Wenn man heute über die Lenne und das Wehr hinausschaut, blickt man direkt auf Schmallenberg und den markanten Turm der St. Alexander Kirche.

Blick über das Lennewehr auf Schmallenberg und den St. Alexander Kirchturm

Altes Strandbad an der Lenne

Das Mühlrad

Dem Wasserlauf folgend, gelangt man direkt zum Herzstück der historischen Mühle: dem gewaltigen, wasserumspülten Mühlrad. Es klappert unermüdlich und verströmt eine unglaubliche Ruhe. Das Besondere daran: Das Rad ist kein bloßes Museumsstück, sondern wird heute aktiv für die Stromversorgung des Gebäudes genutzt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie diese alte Mechanik auch in der modernen Zeit noch immer sinnvoll zum Einsatz kommt.

Altes Mühlrad

Nostalgie durch die Linse

Um diese besondere Atmosphäre einzufangen, habe ich meine Fotos mit einem Vintage-Objektiv (Altglas) gemacht. Diese alten Linsen haben eine ganz eigene Seele: Sie zeichnen das Licht weicher, erzeugen verträumte Unschärfen und verleihen den Bildern einen nostalgischen Schmelz, der modernen Optiken oft fehlt. Um den zeitlosen Charakter der Szenerie noch stärker zu betonen, habe ich die Aufnahmen bewusst in Schwarz-Weiß umgewandelt. Besonders am rustikalen Staketenzaun, an dem alte Tassen wie eine kleine Einladung hängen, kommt dieser Stil wunderbar zur Geltung. Ein verwitterter Holzstuhl auf der Terrasse ist liebevoll dekoriert – er lädt zwar nicht mehr zum Sitzen ein, ist aber ein perfektes Motiv, das zeigt, wie wunderbar sich solche Relikte in das nostalgische Gesamtbild des Cafés einfügen.

Antiker Zauber im Inneren

Tritt man über die Türschwelle des Cafés, entfaltet sich der Zauber vergangener Tage auch im Inneren. Überall finden sich Fundstücke aus früheren Tagen: historische Nähmaschinen, fein verzierte Zuckerdosen und liebevoll gedeckte Tische mit bestickten Decken und urigen Möbeln. Es sind diese vielen kleinen Details und Relikte vergangener Zeiten, die in jedem Winkel eine Geschichte erzählen und zum Entdecken einladen.

Antiker Charme in jeder Ecke

Genussmomente auf Goldrand-Porzellan

Nach dem Rundgang durfte eine Kaffeepause natürlich nicht fehlen. Der hausgebackene Windbeutel wurde auf echtem altem Geschirr mit Goldrand serviert, was sehr gut zum gesamten Ambiente passt. In der gemütlichen Atmosphäre schmeckt man einfach, dass hier noch selbst gebacken wird. Während ich dort saß, konnte ich mir die vielen alten Dekorationsstücke in Ruhe ansehen. So habe ich mich am Ende wieder auf den Weg gemacht – mit vielen neuen Fotos und einer ordentlichen Portion Nostalgie auf der Speicherkarte.

Hausgebackener Windbeutel

Philosophenpfad & Holzparcours

Wer möchte, kann direkt im Anschluss noch einen kleinen Abstecher dranhängen und den Philosophenpfad sowie den Holzparcours erkunden. Die Wege befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Mühle und kommen wie gerufen, um die eben verputzten Windbeutel-Kalorien zumindest ansatzweise wieder abzutrainieren. Es ist quasi ein Workout für Körper und Geist gleichzeitig: Während man an den Stationen des Holzparcours viel Wissenswertes über das heimische Naturmaterial erfährt, laden die klugen Sprüche und Zitate am Philosophenpfad zum Nachdenken ein. So spaziert man entspannt durch die Natur, genießt die Aussicht und hat am Ende nicht nur das gute Gewissen, sich bewegt zu haben, sondern ist vielleicht auch noch ein kleines bisschen schlauer als vorher.

Hinweis: Dieser Bericht spiegelt meine persönlichen Eindrücke wider. Der Besuch wurde von mir selbst bezahlt und steht in keiner Verbindung zu den genannten Orten.