Frisch aufgestellt im Sorpetal

XXL-Bank und Landschaftsrahmen machen das Tal noch attraktiver

Am vergangenen Wochenende waren wir im Sorpetal unterwegs – für mich eine der schönsten Ecken hier zwischen Schmallenberg und Winterberg. In dem idyllischen, waldreichen Tal, durch das sich die Sorpe schlängelt, liegen die eingebetteten kleinen Dörfer Niedersorpe, Mittelsorpe, Obersorpe und Rehsiepen. Die Lage zwischen den Hängen der Hunau und des Kahlen Astens ist landschaftlich absolut reizvoll. Bei unserer Radtour haben wir dort einige neue Erlebnispunkte entdeckt, die mit viel Herzblut entstanden sind und das Tal bereichern.

Bilderrahmen der die Landschaft im Sorpetal oberhalb von Rellmecke einrahmt

Blick auf den Hunauturm, der markant über dem Sorpetal thront.

Unsere Route zu den neuen Spots

Wir sind in Westfeld gestartet und über die Lenneroute bis nach Oberkirchen gefahren. Von dort ging es hinauf zum Weißen Kreuz und weiter zur Waldemai. Genau wie die Rellmecke weiter oben im Tal, ist die Waldemai so klein, dass sie lediglich ein grünes Ortsschild hat. Bekannt ist der Ort vor allem für die Kunstschmiede Klute mit ihrem beeindruckenden Skulpturenpark. Von dort aus ging es schließlich talaufwärts nach Rellmecke. Wer wandern möchte, kann am Wanderparkplatz in Rellmecke parken und von dort aus loslegen. Hier lohnt sich zudem ein Abstecher zu den Schmiedewelten Dünnebacke – dort gibt es immer etwas Handwerkliches zu entdecken.

Weißes Kreuz oberhalb von Niedersorpe

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Kunstschmiede Klute mit Skulpturenpark

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Blick auf die Schmiedewelten Dünnebacke in Rellmecke.

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Der Wanderparkplatz in Rellmecke als idealer Startpunkt.

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Der Sorpetalweg

Diese neuen Highlights liegen allesamt am Sorpetalweg, der mit einem weißen „S“ in einer Raute auf schwarzem Grund markiert ist. Dieser Rundweg zieht sich über 15 Kilometer durch das ganze Tal von Niedersorpe bis nach Rehsiepen. Da der Weg einige schmale Pfade hat, die eher für Wanderer gemacht sind, ist er an manchen Stellen mit dem Rad etwas tricky. Wer gezielt nur zu den neuen Landschaftsrahmen und der XXL-Riesenbank möchte, startet am besten zu Fuß ab dem Parkplatz Rellmecke.

Wegweiser

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Schmaler Waldpfad

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Markierungen des Sauerland-Höhenflug-Zubringers und Sorpetalwegs

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Mittelsorpe im Bild

Für die Orientierung hält man sich ab Rellmecke am besten einfach an die Markierung des Sorpetalwegs. Zwischen Mittelsorpe und Rehsiepen verläuft die Route übrigens ein ganzes Stück auf dem Sauerland-Höhenflug-Zubringer (weißes „H“ auf blauem Grund). Momentan ist das erste Stück Waldweg dort wegen Holzfällerarbeiten ziemlich zerfurcht. Der Weg führt dann über einen schmalen Pfad und eine Wiese zum ersten Landschaftsrahmen mit einem gemütlichen Waldsofa – von hier aus wird das Dörfchen Mittelsorpe richtig schön eingerahmt.

Gezielte Perspektive: Der erste Landschaftsrahmen setzt das Sorpetal perfekt in Szene. Der Blick wandert durch den rostigen Stahlrahmen hinunter auf die Häuser von Mittelsorpe, die idyllisch in die grünen Hänge eingebettet sind.

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Vom Wasserweg zum Panoramablick

Von dort geht es an einem Bauernhof oberhalb von Mittelsorpe vorbei über den sogenannten „Wasserweg“. Den Namen hat er weg, weil dort ständig Quellwasser über den Weg läuft – dadurch hat sich eine riesige Pfütze gebildet, die wohl nie austrocknet. Gerade mit dem Rad ist hier Vorsicht geboten, denn der Schlamm ist echt tief. Man darf sich nicht täuschen lassen: Der hellere Streifen in der Mitte, der auf dem Foto vielleicht nach festem Boden aussieht, ist reiner, weicher Schlamm. „Wer sein Rad liebt, der schiebt.“ Es empfiehlt sich, am äußersten Rand zu gehen und das Rad vorsichtig an der Schlammstelle vorbeizumanövrieren, damit man nicht einsinkt oder unfreiwillig im Schlamm landet. Spätestens an dieser Stelle merkt man, warum der Weg eigentlich als Wanderweg gedacht ist. Wenn man das Schlammloch überwunden hat, hat man einen super Blick auf den Hunauturm, der oben auf dem Bergrücken steht und von hier aus schon greifbar nah wirkt.

Die markante Pfütze am „Wasserweg“

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Vorsicht, Falle! Auf dem Foto sieht die Pfütze harmlos aus, und der hellere Streifen in der Mitte lädt fast zum Balancieren ein. Doch Vorsicht: Das ist kein fester Boden, sondern weicher Schlamm, in dem man mit dem Rad sofort versinkt. Absteigen und Schieben ist hier die kluge Wahl!

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Der Hunauturm scheint greifbar nah.

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XXL-Riesenbank

Ein absolutes Highlight ist die neue XXL-Riesenbank oberhalb von Obersorpe. Sie wirkt wie eine kleine Aussichtsplattform, auf der man wahlweise sitzen oder stehen kann, um den Blick über das Tal zu genießen. Die Bank fügt sich gut in die Natur ein und man hat von dort oben eine fantastische Aussicht auf den Ort und die Kirche. Damit sie dort sicher stehen kann, waren im Vorfeld einige Erdarbeiten nötig – deshalb braucht die Natur drumherum noch ein bisschen Zeit, bis alles wieder richtig grün ist. Direkt neben der Bank steht zudem der zweite Landschaftsrahmen, der den Blick auf die St. Joseph Kirche wunderbar einrahmt.

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Die neue XXL-Riesenbank oberhalb von Obersorpe.

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Der zweite Landschaftsrahmen, der den Blick auf die St. Joseph Kirche Obersorpe wunderbar einrahmt.

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Unser unfreiwilliger Lieblingsplatz

Von der XXL-Bank aus folgen wir weiter dem Sorpetalweg bzw. dem Sauerland-Höhenflug-Zubringer. Auf dem Weg kommt man noch an einem richtig schönen Rastplatz mit einem Erdkühlschrank vorbei, wo man sich eine kleine Erfrischung gönnen kann. Wir haben diesen Ort bei unserer letzten Tour unfreiwillig sehr genau kennengelernt: Als es plötzlich in Strömen anfing zu regnen, sind wir unter das schützende Dach des Rastplatzes geflüchtet. Dort haben wir eine halbe Stunde bei „flüssiger Verpflegung“ ausgeharrt – eine taktisch kluge Entscheidung, wie wir fanden. Da es an diesem Tag aber einfach nicht aufhören wollte zu schütten, haben wir die Tour dort schließlich (bei bester Laune) abgebrochen. Von diesem ungewollten „Lieblingsplatz“ hat man übrigens einen tollen Blick zurück auf Obersorpe und nach vorne Richtung Rehsiepen.

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Rastplatz mit Weitblick: Hier gibt es nicht nur kühle Getränke aus dem Erdkühlschrank, sondern auch eine tolle Sicht über das Tal.

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Blick vom Rastplatz auf die St.Joseph-Kirche Obersorpe

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Blick auf Rehsiepen

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Fachwerkidylle zwischen Obersorpe und Rehsiepen

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Rehsiepen im Fokus

Kurz vor Rehsiepen kommt man an einen Abzweig, an dem die Markierung nach links auf einen schmalen Trampelpfad zum alten Forsthaus führt. Das Forsthaus ist zwar ein bekannter Punkt und absolut sehenswert, aber mit dem Rad lässt man es hier besser links liegen, da der Pfad bergauf nicht fahrbar ist. Wir sind stattdessen dem teils asphaltierten Wirtschaftsweg hinunter zur Straße (L742) gefolgt und diese dann ein kurzes Stück bis zum Ortseingang von Rehsiepen gefahren. Einmal quer durch das kleine Dörfchen ging es dann bis zum letzten Haus am Ortsausgang. Dort bogen wir rechts ab und folgten dem Weg wieder den Berg hinauf. Dort steht schließlich der dritte Rahmen, der eine tolle gerahmte Aussicht auf Rehsiepen und den Hunauturm bietet.

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Der dritte Landschaftsrahmen mit Blick auf Rehsiepen und dem Hunauturm.

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Esenbeck und Drehschlade

Am dritten Bilderrahmen haben wir den Sorpetal-Rundweg verlassen und sind für den Rückweg Richtung Westfeld in die Esenbeck hinaufgefahren. Das ist ein kleines, uriges Seitental der Sorpe, in dem es richtig schön ruhig ist. Von dort geht es weiter zur Drehschlade, einem alten Gebirgspass oben auf dem Bergrücken zwischen dem Sorpe- und dem Negertal. Heute ist die Drehschlade ein wichtiger Knotenpunkt für Wanderer, weil dort auch der Sauerland-Höhenflug herläuft. Hier steht auch ein altes, moosbedecktes Holzkreuz. Es stammt aus dem Jahr 1971 und erinnert an die Geschichte des „Klausenpaars“, das die abgelegene Klause im Wald oberhalb von Lengenbeck bewirtschaftete, und markiert diesen Ort als alten Kirch- und Verbindungsweg.

Für alle, die zu Fuß auf dem eigentlichen Sorpetalweg bleiben, geht es vom dritten Bilderrahmen hingegen wieder talabwärts Richtung SGV-Hütte Sorpetal, die idyllisch am Waldrand liegt. Von der Hütte aus folgt man einfach weiter der Wanderbeschilderung, die einen über das letzte Teilstück zurück nach Rellmecke führt – dem beschriebenen Ausgangspunkt für diese Runde.

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Pause mit Panorama: Von der Schutzhütte „auf der Esenbeck“ genießt man einen weiten Blick zurück ins idyllische Sorpetal.

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Wichtiger Orientierungspunkt: Die Wanderbeschilderung an der Drehschlade markiert den historischen Übergang zwischen den Tälern.

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Ein stilles Denkmal am Wegesrand: Das moosbedeckte Holzkreuz aus dem Jahr 1971 erinnert an die Zeit der Klausenleute.

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📜 Ein Blick in die Geschichte: Die legendäre „Klausenmutter“

Wer an der Drehschlade vor dem alten Holzkreuz steht, begegnet der Geschichte der „Klausenleute“. Die Inschrift auf dem Kreuz erinnert namentlich an das letzte Klausenpaar, das in der Klause lebte – dem geschichtsträchtigen Wohngebäude, zu dem auch die unmittelbar daneben stehende kleine Klausenkapelle St. Anna gehört. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei die letzte Klausenmutter, Maria Catherine Gilsbach.

Maria Catherine Gilsbach war weit mehr als nur eine Hüterin der Kapelle: Gemeinsam mit ihrem Mann führte sie in der Abgeschiedenheit eine kleine Wirtschaft direkt in der Klause. Für die vorbeikommenden Waldarbeiter und Wanderer war das Gebäude ein willkommener Rastplatz, an dem die Klausenmutter für einfache Verpflegung und wohl auch den ein oder anderen Schnaps sorgte.

Das Holzkreuz an der Drehschlade markiert den alten Kirch- und Verbindungsweg, über den Wanderer und Fuhrleute einst zogen – es dient bis heute als stilles Denkmal für die Entbehrungen und die Gastfreundschaft der Klausenleute, deren Wirken an der mittlerweile liebevoll restaurierten Kapelle unvergessen bleibt.

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Abstecher zur Klausenkapelle

Nachdem wir die Drehschlade hinter uns gelassen hatten, ging es Richtung Lengenbeck. Kurz bevor wir ganz unten im Ort waren, haben wir noch einen Abstecher zur kleinen Klausenkapelle gemacht. Sie liegt etwas versteckt im Wald und wurde erst vor Kurzem wieder richtig schön restauriert. Über diesen besonderen Ort und seine Geschichte habe ich schon mal in einem anderen Beitrag ausführlich berichtet. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort kurz anzuhalten, bevor man den restlichen Abstieg hinter sich bringt.

Von der Kapelle aus ging es hinunter nach Lengenbeck. Wir sind der Dorfstraße gefolgt und unten im Tal wieder auf den Radweg gekommen. Von dort war es dann nur noch ein kurzes Stück bis zum Startpunkt in Westfeld.

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Wald oberhalb von Lengenbeck

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Stilles Juwel am Wegesrand: Die kleine, restaurierte Klausenkapelle St. Anna liegt versteckt und friedlich im Wald oberhalb von Lengenbeck.

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Der schlichte Innenraum der restaurierten St. Anna Kapelle.

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Fazit: Das Sorpetal ist immer eine Tour wert

Es ist wirklich beeindruckend, was im Sorpetal alles auf die Beine gestellt wurde. Die neuen Erlebnispunkte wie die XXL-Riesenbank und die Landschaftsrahmen sind eine schöne Ergänzung im Tal und laden unterwegs einfach mal zum Anhalten ein.

Ob man nun die gesamte Runde als Wanderung auf dem Sorpetalweg plant oder Teile davon in eine Radtour einbaut: Die Mischung aus Natur, weiten Ausblicken und geschichtsträchtigen Orten wie der Drehschlade oder der frisch restaurierten Klausenkapelle macht diese Ecke des Sauerlands immer wieder sehenswert. Es lohnt sich, bei einem Ausflug im oberen Sorpetal einfach mal die Augen offen zu halten – es gibt an vielen Stellen etwas zu entdecken.