Wald & Wildnis

Natur, Ursprung und Erholung

Der Wald ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen. Er ist ein lebendiger Lebensraum, der gleichermaßen als Erholungsort für den Menschen sowie als wertvolle Heimat für unzählige Tier- und Pflanzenarten dient. Von den lichtdurchfluteten Buchen- und Fichtenbeständen bis hin zu den unberührten Naturwaldzellen zeigt sich der Sauerländer Wald in seiner ganzen Artenvielfalt – und er unterliegt einem stetigen Wandel. Auch wenn Stürme und Trockenheit in den letzten Jahren ihre Spuren in unserer Region hinterlassen haben, zeigt sich gerade jetzt: Die Natur gibt nicht auf, sondern erholt sich Schritt für Schritt von selbst. Siehe dazu auch meinen Beitrag: Neuanfang für unsere Wälder

Lichtdurchfluteter Fichtenwald

Eintauchen in die Natur

Ein bewusster Aufenthalt im Wald – oft auch als Waldbaden (japanisch: Shinrin-yoku 森林浴) bekannt – bietet die perfekte Gelegenheit, den Kopf freizubekommen und abzuschalten. Es riecht angenehm nach Harz und Nadelholz: Die in der Luft liegenden Terpene strömen einen wohltuenden Duft aus und sorgen sofort für tiefste Entspannung. Ob das sanfte Plätschern eines Baches, das Zwitschern der Vögel, das Rauschen des Windes in den Bäumen oder weiches Moos unter den Füßen: Als echter Wohlfühlort hat der Wald unglaublich viel zu bieten. An besonderen Orten ist der Waldboden im Frühling zudem mit einem dichten Teppich aus Bärlauch, Waldmeister oder Märzenbecher bedeckt – eine wahre Augenweide, bei der der duftende Bärlauch die Sinne zusätzlich verwöhnt.

Ein Tannenzapfen auf dem weichen Moosteppich.

Ein Meer aus Bärlauchblüten im lichtdurchfluteten Wald.

Buschwindröschen und Schlüsselblumen im Frühlingswald.

Blühender Waldmeister

Der Duft nach dem Regen

Manchmal wird dieses Erlebnis noch durch ein ganz besonderes Naturphänomen ergänzt. Sicher kennt das jeder: Nach einem heißen Sommertag kommt ein kurzer Regenschauer, und plötzlich verändert sich die Atmosphäre. In der Luft liegt dann dieser herrlich erdige, frische Duft, bei dem man einfach nur tief durchatmen möchte. Dieser Geruch hat einen eigenen Namen: Petrichor. Er entsteht, wenn die ersten Tropfen auf den trockenen Boden treffen und dabei winzige Stoffe aus Pflanzen und Erde freisetzen. Es ist wie das ganz eigene Parfum der Natur, das einen für einen Augenblick innehalten lässt.

Die Faszination des Ursprünglichen

Der Begriff „Wildnis“ steht hier für Wälder, die nicht mehr bewirtschaftet werden und sich selbst überlassen sind. Wenn ein Waldstück als Naturwaldzelle gilt, ruht die Holzwirtschaft komplett: Hier wird weder gesägt noch gepflanzt, und umgestürzte Bäume bleiben einfach liegen. Der Wald gehört sich in diesen Bereichen wieder ganz allein und darf sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Alte, knorrige Bestände und Totholz schaffen so einen ungestörten Lebensraum, dessen Ursprünglichkeit die ideale Grundlage für eine besondere Artenvielfalt bildet.

Ebenfalls unter diese Rubrik fallen die Aufnahmen der Wisente, die vor einigen Jahren im Rahmen eines artenschutzrechtlichen Experiments in unserer Region ausgesiedelt wurden. Diese Bilder dokumentieren einen Zeitabschnitt, in dem die Tiere als Teil dieses Projekts durch unsere Wälder zogen. Inzwischen wurde das Experiment beendet und die Tiere leben heute in einem gesicherten, eingezäunten Areal. Die Fotografien bleiben eine Erinnerung an diese Zeit.

Zunderschwämme besiedeln einen alten Baumstamm.

Klein und fein: Detailaufnahme von Bärlapp und Moos auf Totholz.

Freilebende Wisente im Wald.

Arbeit im Wald

In den letzten Jahren haben Stürme und der Borkenkäfer unsere Wälder stark unter Druck gesetzt. Viele Fichtenbestände wurden so geschädigt, dass sie gefällt werden mussten. Die Waldarbeiter sind mit schwerem Gerät im Einsatz, um das betroffene Holz aufzuarbeiten und die Wege wieder sicher zu machen. Diese Arbeiten sind notwendig, um Platz für neue, widerstandsfähige Baumarten zu schaffen und den Wald für die Zukunft zu stabilisieren.

Borkenkäfer

Holzfällerarbeiten im Lennegrund

Harvester im Lennegrund

Von der Saat zum neuen Wald

Es gibt bei uns in der Region Buchenwälder, die aufgrund ihres alten Baumbestands als spezielle Erntebestände zertifiziert sind: Nach dem Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) werden solche besonders hochwertigen und genetisch wertvollen Bestände offiziell zugelassen, um dort Saatgut für die Aufforstung zu gewinnen. Im Herbst werden in diesen geschützten Wäldern gezielt Bucheckern gesammelt, um daraus Saatgut für neue Bäume zu gewinnen. Dafür legen Waldarbeiter große Planen unter den Bäumen aus, um die herabfallenden Samen aufzufangen. Diese gesammelten Samen bilden die Grundlage für den Wald von morgen.

Bucheckern im Netz

Einblicke in unsere Wälder

Ob bewirtschaftet oder unberührt – der Sauerländer Wald bleibt ein unverzichtbarer Erholungs- und Rückzugsort für Mensch und Natur. Die begleitenden Bilder spiegeln diese faszinierende Vielfalt unserer heimischen Waldlandschaft wider: Sie zeigen helle Bestände und moosigen Waldboden ebenso wie die Spuren der jüngsten Stürme, die wichtige Arbeit der Waldarbeiter und die sorgfältige Ernte der Bucheckern als Basis für die Zukunft.