Das obere Lennetal im Winterschlaf

𝐙𝐰𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐓𝐚𝐧𝐧𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐜𝐡𝐧𝐞𝐞𝐰𝐞𝐡𝐞𝐧

Der Blick aus der Schonung verrät es sofort: Der Winter hat uns fest im Griff. Die kleinen Tannen sind unter einer dichten Schneelast verschwunden und träumen geduldig vor sich hin. Bis sie groß genug sind, um als prächtiger Weihnachtsbaum in ein Wohnzimmer einzuziehen, müssen sie zwar noch ein ganzes Stück wachsen, aber die Schnee-Bäumchen sind jetzt schon schön anzusehen.

Blick über eine schneebedeckte Tannenschonung

Nebelumwobener Hoher Knochen

Dahinter liegt das obere Lennetal im tiefen Winterschlaf. Die Stimmung ist besonders, da wir uns hier oben ganz knapp unter der Nebelgrenze befinden. Während der Hohe Knochen fast vollständig in graue Schleier gehüllt ist und die Baumkronen der Wälder weiß leuchten, versucht die Sonne immer wieder vergeblich, die Wolkendecke zu durchbrechen. Es bleibt mystisch ohne direkten Sonnenschein, aber genau diese gedämpfte Stimmung macht den Reiz der Landschaft aus.

Blick zum Hohen Knochen

Schneebedeckter Ginster am Wegesrand

Wegweiser „Westfelder Antoniussteig“

Soldatengrab am Antoniussteig

Ein Stück führt der Winterspaziergang über den Westfelder Antoniussteig, vorbei am Soldatengrab. Hier zeigt sich die ganze Wucht des Winters: Es gibt keine Trampelpfade, der Pfad liegt völlig unberührt unter der weißen Decke. Da man bei jedem Schritt tief einsinkt, ist an ein komplettes Begehen des Steigs aktuell nicht zu denken – der hohe Schnee setzt hier klare Grenzen.

Gedenkstätte „Soldatengrab“

Historischer Hintergrund: In den letzten Kriegswochen des Zweiten Weltkriegs (März/April 1945) war das Sauerland Schauplatz heftiger Kämpfe, als das US-Militär den sogenannten „Ruhrkessel“ schloss. Viele deutsche Soldaten fielen in den Wäldern und wurden oft direkt dort, wo sie gefunden wurden, in Feldgräbern bestattet. Die Gedenkstätte am Antoniussteig erinnert an einen dieser Gefallenen. Sie besteht aus einem Holzkreuz mit Sitzgelegenheiten und einem Kastanienbaum mitten in einer Tannenschonung. Als stiller Ort dient sie heute als Mahnmal für den Frieden.

Wegweiser auf dem Ennest

Farbtupfer und Winterstille

Der Rückweg führt schließlich ein Stück über eine geschobene kleine Straße, vorbei an einer Bank, die friedlich in einem lichten Buchenwald steht. Hier bilden die braunen Blätter noch ein paar letzte, warme Farbtupfer im Weiß. An einem der Bäume hängt ein Meisenkasten – noch ist er unbewohnt und wartet in der Stille des Waldes auf den Frühling.

Auch wenn das Stapfen durch den tiefen Schnee am Ende echt anstrengend war und die Beine schwer geworden sind: Die frische, klare Winterluft hat unglaublich gutgetan. Es war ein schöner Tag draußen in der Natur, an dem man die Kälte und die Stille gut erleben konnte.