Magischer Tanz der Polarlichter

Nordkap-Feeling im Schmallenberger Sauerland

Eigentlich rechnet man im Sauerland im Januar mit Schnee und Nebel. Doch gestern Abend, am 19. Januar 2026, geschah etwas Magisches: Der Himmel über unseren Hügeln und Wäldern verwandelte sich in ein leuchtendes Farbenmeer. Wer zur rechten Zeit nach Norden blickte, traute seinen Augen kaum. Ein zartes, rötliches Glimmen und helle Lichtbahnen zogen über den dunklen Horizont, die man allerdings mit bloßem Auge nur ganz schwach erkennen konnte. Erst auf dem Display der Kamera zeigte sich das „echte“ leuchtende Grün und das satte Magenta-Rot in ihrer vollen Pracht.

Rote und grüne Polarlichter leuchten über Westfeld

Das Leuchten aus dem Weltall

Viele denken, Polarlichter gäbe es nur am Nordkap. Doch wenn die Sonne so richtig aktiv ist, schleudert sie einen gewaltigen Schwall geladener Teilchen – den Sonnenwind – mit Millionen Stundenkilometern ins All. Gestern nahm dieser Strom Kurs auf uns, traf mit voller Wucht auf das Magnetfeld der Erde und fand seinen Weg bis tief in den Süden, um genau über unseren Sauerländer Wäldern und Gipfeln in tausend Farben zu explodieren. Es ist ein faszinierender Gedanke, dass diese bunten Lichter eigentlich eine Reise von über 150 Millionen Kilometern hinter sich haben, nur um für einen kurzen Moment unseren heimischen Nachthimmel zu verzaubern.

Polarlichter über dem Lennetal

Smaragdgrün trifft Feuerrot

Das folgende Foto habe ich kurz nach 22:00 Uhr über Westfeld gemacht. Es zeigt genau, was in dieser Nacht am Himmel los war. Das Leuchten verteilt sich dabei auf verschiedene Höhen. Dass wir hier im Sauerland echtes grünes Licht sehen konnten, ist etwas ganz Besonderes. Dieses Licht entsteht in etwa 100 Kilometern Höhe. Es war gestern so kräftig, dass es bis zu uns strahlte. Über dem Grün sieht man riesige rote Schleier. Dieses Licht entsteht viel weiter oben, in bis zu 400 Kilometern Höhe. Das ist schon dort, wo die Weltraumstation ISS fliegt. Auf dem Bild schauen wir also – über Westfeld hinweg – direkt bis an den Rand des Weltalls. ツ

Blick aus Westfeld Richtung Unendlichkeit

Ein unvergesslicher Abend

Wer hätte gedacht, dass man von Westfeld aus mal eben die ISS grüßen kann, ohne den Garten zu verlassen? ツ Da wird die weite Reise in den hohen Norden fast schon überflüssig. Ich für meinen Teil werde heute Nacht sicherheitshalber trotzdem noch einmal aus dem Fenster blinzeln. Man weiß ja nie, ob die Sonne nicht doch noch eine Zugabe für uns im Gepäck hat! Bis dahin genieße ich einfach den Gedanken, dass unser Sauerland für eine Nacht der hellste Stern im Universum war. ♡