Goldener Spätherbst

Unterwegs im farbenfrohen Hochsauerland

Der Herbst im Hochsauerland gibt aktuell einfach alles. Wer vor Kurzem draußen unterwegs war, kennt das Phänomen: Die Wälder leuchten in allen erdenklichen Schattierungen von Gold, tiefem Orange und sattem Rot. Man kann fast zuschauen, wie die Färbung von Tag zu Tag intensiver wird – sobald die Bäume das Chlorophyll aus den Blättern zurückziehen, kommen die leuchtenden Pigmente erst so richtig zum Vorschein.

Ich war teils mit dem Rad und teils zu Fuß unterwegs. Doch auf dem Rad wird es bei den momentanen Temperaturen echt zu frisch, weshalb ich ab jetzt lieber laufe. Ob bei strahlendem Sonnenschein, wenn das Licht durch das Blätterdach fällt, oder an den trüberen Tagen, an denen die Farben trotzdem unglaublich intensiv leuchten – jeder Schritt da draußen lohnt sich im Moment.

Wenn die tief stehende Herbstsonne durch die Buchen bricht, wirft das lange Schatten auf den Waldboden.

Herbstzauber rund um Westfeld und Ohlenbach

Die Sonne schien genau im richtigen Winkel durch die Baumkronen rund um Westfeld und Ohlenbach und tauchte die ganze Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Auf den Bildern ist ein Teil des Schwedensteigs (W1) zu sehen – wer die Ecke selbst erkunden möchte, hat damit direkt den passenden Orientierungspunkt. Ich habe an dem Tag ständig angehalten, um die Sonnensternchen zwischen den Stämmen einzufangen – ich konnte mich einfach gar nicht sattsehen und hatte die Kamera quasi dauerhaft im Anschlag.

Man genießt dabei diese ganz besondere Ruhe, die der Spätherbst mit sich bringt. Jeder kleine Windstoß lässt die goldenen Blätter leise auf den Weg segeln, während bei jedem Schritt das dichte Laub unter den Sohlen knistert. Die Luft riecht schon richtig nach feuchter Erde und frischem Holz, und das warme Licht lässt die Borke der alten Buchen fast wie Bronze glänzen.

Urige Buchenwälder zwischen Schanze und Kühhude

Die Strecke zwischen Schanze und Kühhude hat im Herbst ihren ganz eigenen, urigen Charakter. Wenn man tief in diese alten Bestände eintaucht, verblassen Raum und Zeit und man vergisst ganz automatisch alles um sich herum. Die kalte Luft kriecht zwar langsam in die Fingerspitzen, aber der Anblick der farbenfrohen Kulisse entschädigt für alles. Der Wald zeigt vor dem Winter einfach noch einmal seine kräftigsten Töne.

Am Wegesrand gibt es dabei einiges zu entdecken. Wer die rund 10 Kilometer lange Runde selbst gehen möchte: Am Parkplatz am Ortseingang von Schanze geht es gut beschildert los. Ein Teil des Weges verläuft hier zeitgleich auf dem Rothaarsteig und dem Waldskulpturenweg, sodass man direkt an Kunstwerken wie dem Krummstab vorbeikommt. Auf den Aufnahmen sind die markante Skulptur Stein-Zeit-Mensch kurz hinter Kühhude sowie die Hängebrücke zu sehen, zu der ein schmaler, verwurzelter Pfad führt.

Wer noch etwas Zeit mitbringt, kann direkt am Ortsausgang von Schanze auch noch den Kyrillpfad mitnehmen.

Herbstspaziergang rund um Jagdhaus

Als Abschluss folgen einige Bilder von einem Spaziergang in Schmallenberg-Jagdhaus. Nach den ausgiebigeren Runden rund um Westfeld und Schanze war das der perfekte Gegenpol – denn manchmal braucht es gar keine kilometerlange Wanderung, um die Stimmung im Wald einzufangen.

Geplant waren nur kurze Abschnitte rund um den kleinen Ort: ein Stück über den Rothaarsteig, vorbei an den Schilderzeichen des J4 und ein paar Meter über den Wisentpfad. An diesem Tag hielt sich die Sonne eher bedeckt, aber genau das hat die Kulisse fast noch magischer gemacht. Ohne das grelle Licht wirken die Rot- und Orangetöne der Blätter noch tiefer und kräftiger. Der kühle Wind pfeift leise durch die Wipfel und das Laub tanzt über die Pfade.