Genialer Fotostart in den Oktober

Wenn der Herbst alle Register zieht

Auch wenn es heute regnet – fotografisch gesehen waren die ersten Tage im Oktober ein echter Traum! Der Herbst kann nämlich noch viel bunter sein, als wir ihn ohnehin schon von den klassischen roten, orangen und braunen Tönen her kennen. Während die Verfärbungen an den Bäumen jetzt erst so richtig beginnen, zeigen sich vereinzelt bereits Felder mit unglaublich intensiven Farben, bei denen sich der Griff zur Kamera sofort lohnt – und die Motivauswahl reicht von weiten Ausblicken bis hin zu feinen Details.

Gelbes Senffeld und lila Bienenfreude

Einige Felder sind aktuell eine echte Augenweide und dienen als wunderschöne Fotomotive. Ein absolutes Highlight sind die blühenden Zwischenfrüchte: Auf der einen Seite leuchtet ein knallgelbes Senffeld unter dem blauen Himmel, während an anderer Stelle Felder voller Büschelschön – auch als Phacelia bekannt – in einem satten Lila erstrahlen.

Landwirte säen diese Pflanzen gezielt aus, um den Boden zu schützen, Nährstoffe zu speichern und die Artenvielfalt zu fördern. Insekten finden hier eine wertvolle späte Nahrungsquelle, während sich der Boden für das kommende Jahr erholt. Für die Fotografie entsteht dadurch ein grandioser Kontrast zwischen den kräftigen Farben am Boden und dem klaren Blau des Herbsthimmels.

Ein toller Kontrast: Das knallgelbe Senffeld unter einem strahlend blauen Herbsthimmel.

Ein lila Meer im Oktober: Das blühende Phacelia-Feld fügt sich malerisch in die Landschaft des Sauerlands ein.

Frühnebel und Sonnenaufgang im oberen Lennetal

Mit dem Oktober kommt auch wieder die Zeit kühler Morgen und des Frühnebels. Das obere Lennetal zeigt sich dann oft in ein dichtes, mystisches Weiß gehüllt. Ein Vorteil daran: Man muss dafür nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen wie im Sommer, denn die Sonne geht erst gegen 7:30 Uhr auf – ideal für entspannte Fototouren am Morgen. Sehr stimmungsvoll ist der Sonnenaufgang auch am Rothaarkamm, vor allem, wenn man den Hohen Knochen im Blick hat, dessen Bergkuppe malerisch aus dem Nebel ragt. Mein Standort war neulich zwar nicht ganz optimal, da die Sonne bereits hinter dem Berg aufgegangen war, doch der warm gefärbte Himmel bot dennoch eine wunderschöne Kulisse.

Sonnenaufgang über dem Rothaarkamm: Ein Feldweg führt in die neblige, herbstliche Landschaft.

Morgenlicht, Nebel und glitzerndes Gras

Der Blick ins Detail lohnt sich an solchen Morgen ebenso wie die Weitsicht über die Täler. Während der Nebel und das warme Morgenlicht über Westfeld, Ohlenbach und die Höhen rund um den Hohen Knochen ziehen, spannen sich überall feine Spinnweben. Die morgendliche Feuchtigkeit im Gras beginnt im Gegenlicht zu funkeln und sorgt für ganz besondere Nahaufnahmen am Wegesrand.

Goldener Herbstmorgen: Gräser und Tautropfen im sanften Gegenlicht.

Ruhig und naturnah

Egal ob morgendlicher Nebel in den Tälern oder leuchtende Farbkontraste im Nachmittagslicht: Der Oktober bietet ganz eigene Facetten. Solche Herbsttouren sind eine wunderbare Gelegenheit, die Natur im Wandel bewusst zu erleben und mit der Kamera festzuhalten, bevor die kalte Jahreszeit richtig Einzug hält.